ROBERT ERTEL privat

Es gibt im Leben keine Eingleisigkeit. Meine Rentenplanung wurde von meinem Hobby beeinflusst. Schon Ende der 60er Jahre setzte ich auf weitere Selbständigkeit:

Arbeiten bis ins hohe Alter habe ich mir vorge-nommen. Anspruchsvolle Schmuck-Gestaltung, mit viel Freude und spezielle Anfertigungen und an Kunden, die schlichten, ästhetischen Stil mit Formgefühl bevorzugen.
Die Entscheidung fiel mir nicht leicht, da doch sehr viel Engagement, Kapital und Leistung zu erbringen war, vom Risiko ganz abgesehen. Denn heute ist es klarer als jemals zuvor: Sparen lohnt nicht!
Meine trockene, technische Tätigkeit seit 1961 verlangte in mir einen Ausgleich zur Selbstverwirklichung. In Schmuck konnte man die schönen Seiten erleben. Die erste Geschäftseröffnung für Schmuck und Uhren war dann 71 mit Vorgabe der Anfertigung von Unikaten, eigener Design-Produktpalette mit eingetragenem Warenzeichen und angeschlossener Werkstatt.

Nach über 30 Jahren in der Planung verfahrenstech-nischer Anlagen und Rationalisierung von Betriebs-abläufen, sowie Lagerung von Halbzeug- und Fertigware für Industrie und Handel in Nordbayern stellte ich 1995 mit 60 Jahren diese Tätigkeit ein. Das Bestücken und Entsorgen von Maschinen und Montagebändern oder aus dem Lager wurde mittels geeigneter Anlagen, teils mit chaotischer Lagerordnung zwischengelagert und dann nach Abruf, den folgenden Arbeitsgängen automatisch zugeführt.
Dieser innerbetriebliche Transport verläuft unter der Decke, auf dem Boden oder vertikal im Paternoster. Unter anderem wurden folgende Konzerne bedient: z. B. adidas, AEG, Audi, Bosch, Brose, Diehl, GRUNDIG – europaweit, Metz, Quelle, Vereinte Papierwerke, Siemens, Puma, Liebherr Lienz. Verfahrenstechnische Anlagen, wie z.B. Elektrophorese-, elektrostatische Lackier- und Pulverbeschichtungsanlagen mit Vorbehandlungszonen und Lacktrocknern, Harztränkanlagen wurden projektiert und verkauft, wie auch über 50 Autolackieranlagen.

Gleichzeitig wurde am Hobby gearbeitet: Durch Edelstein-Studien in Idar-Oberstein wurden die Kenntnisse intensi-viert und mit Diplom Gemmologe DGemG abgeschlossen. Meine damalige Praxisarbeit in Idar war die Graduierung von Diamanten, das Zuordnen und Bewerten von Farbstein-Kristallen und amorphen Substanzen (echt oder synthetisch). Diese dem Endprodukt „geschliffener Edel-stein" gewidmeten Untersuchungen, z.B. dem Mikroskop, erzeugten meine Neugierde auf das Edelsteinschleifen, was mir viel Freude und auch Kompetenz in individueller Formgebung gab. Zeitlose, geometrische Formen mit Spannung werden gestaltet. Die ästhetischen Designs der Dänen waren von Anfang an Leitbild.


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