Smaragde aus Kolumbien

Das satte Grün eines stillen Bergsees ist das Vorbild der schönsten Smaragde. Sie kommen aus Kolumbien. Ihr grünes Feuer ist unerreicht !

1. Hydrothermale Vorkommen:

Kolumbien mit den bedeutendsten Minen Muzo (100 km nordwestlich von Bogotá, seit dem 16. JH. bekannt) Chivor (200 km nördöstlich von Bogotá in 2300 m Höhe) und dem benachbarten Cosquez, den 3 Vorkommen in den schönsten, kräftiggrünen "greenfire" Farben, tritt der Smaragd in Adern und Gängen in dunklen Schiefertonen in Verwitterungslagerstätten auf in der Nachbar-schaft von Begleitmineralen der Paragenese, die eine Mächtigkeit von durchschnittlich 50 m erreichen. In den Minen Borur, Burbar, Gachalà treten die Smaragde in Adern auf, die graue Schiefertone und graue Kalke der unteren Kreide durchsetzen. Sie werden von Quarz, Albit und Pyrit begleitet. Diese Smaragde enthalten weiterhin zusätzlich vernetzte Flüssigkeits- und Gaseinschlüsse sowie Wachstumserscheinungen. Sie deuten frühere Wachstumsformen des Smaragds an, die je nach Zusammensetzung bzw. Änderung der Nährlösung wechselten. Durch die Artenfülle der Begleitminarale sind die Einschlüsse in jeder Mine anders: z.B. in Muzo, Chivor und Burbar: Calcit in Form vereinzelter Rhomboeder und die sehr seltenen Einschlüsse von Parisit (nur in Muzo), ein rosa bis braunrotes Mineral, das in kleinen, prismatischen Kristallen unorientiert auftritt, weiterhin Pyrit, Magnetkies, Pentlandit und sehr selten Rutil. In Chivor, in Pena Blanca, tritt ein Sonderling auf: der Trapiche-Smaragd, entdeckt 1964, in einer ungewöhnlichen Wachstumsform. Eine Parallel-verwachsung von 6 prismenförmigen Smaragd-kristallen um einen zentralen Smaragdkristall. Die Zwischenräume sind mit feinkörnigem Albit ausgefüllt.

Gehässige Syntheseverkäufer bezeichnen Einschlüsse als Schmutz, weil sie sonst kein vernünftiges Argument für ihre künstliche Massenware haben.

Tatsächlich sind Einschlüsse Spuren aus Raum und Zeit, Relikte jenes uralten Zusammenhangs der Entstehung der Erde, die seine Individualität und Charakter in eindrucksvollster Form prägt. Die Einschlüsse machen den Farbstein lebendig. Sie sind Mitwisser ihrer Geheimnisse und Zeugen nie endender Vielfalt.

Kolumbien

ist ein Land voller Gegensätze: Landschaftliche Schönheit, liebenswerte Menschen, Kaffee- und Bananenabbau auf der einen Seite - wirtschaftliche Sorgen, hohe Kriminalität und Rauschgift sind das Umfeld der schwer zugänglichen Berge der Kordilleren.

Tag und Nacht schürfen die Guaqueros nach dem grünen Gold. Es ist so mühsam und gefährlich, wie es klingt. Teilweise im terassenförmigen Tagebau, oder es werden Stollen zu den Gängen unter primitiven Bedingungen in die Berge getrieben. Im Stollen ist die Luft unglaublich heiß, stickig, trotz Frischluftzufuhr. Das weiche, smaragdführende, dunkle bis schwarze Sedimentgestein der Schiefertone der Kreide wird mit den einfachen Stangen gelockert, von Hand gewaschen und verlesen. Die Schürfer stehen bis über die Knöchel im warmen Wasser und sind vom "Smaragdfieber" gepackt. Die Smaragde sind hier in Drusenhohlräumen gewachsen, die in mit kaolinartigem Material gefüllten Nestern eingelagert sind.

Cleopatra (um 50 v.Chr.) war fasziniert vom Smaragd. Die ersten Ausgrabungen erfolgten 1650 v.Chr. in Kosseir, Oberägypten am Roten Meer.

Weltweit gibt es bislang nur 3 Vorkommen (neben Kolumbien) mit hydrothermaler Entstehung und den Dreiphasen-Einschlüssen:

Tansania: seit 1969 am Südwestufer des Sees Manyara, Smaragd tritt hier mit Biotitschiefer und im Pegmatit auf. Begleitmineral sind gelber Chrysoberyll, Alexandrit, Granat, Spinell, Olivin, Saphir und gelegentlich Rubin.

Indien Utaipur seit 1943 im Staat Rajastan, Ajmere-Merwara, Rußland, Tokowaja im Ural seit 1830. Die Smaragde treten in einem verwickelten Schichten-verband auf. Sie befinden sich im Hornblende-Biotitschiefer, der im Kontakt mit mächtig entwickelten Pegmatitgängen steht.

2.Kontaktmetamorphe Primärvorkommen:

Brasilien seit 1913 Die Steine sind heller, grün-gelb und mit weniger Einschlüssen, erste Funde in Brumado im Süden von Bahia, sowie Goias, Minas Gerais, Ceara, Salininha in Municipio Pilao Arcado mit 0,29% Vanadium, hauchdünne, pflastersteinartige Flüssigkeitsfilme,Biotitglimmer, Talk, Dolomit, gerundete Korund-Kristalle, sowie weitere Vorkommen in Carnaiba, Ferros, Teofilo Otini.

Madagaskar, Rhodesien: Zimbabwe 1956 entdeckt im Belingwe-Bezirk, die eine hervorragende Qualität haben, in Hornblende-Tremolitschiefern im Kontakt mit Pegmatitgängen gefunden werden und nennen sich nach dem benachbarten Tal Sandawana-Smaragde, Einschlüsse Tremolitfasern, Granate. Daneben Vorkommen in Filabusi, Novello im Viktoria-Distrikt, Chikwanda im Bikita-Distrikt, Mayfield Farm, Fort Victoria.

Mozambique: Maria, Nihame, seit 1970 entdeckt.

Nördliches Transvaal: Leysdorp, Cobra und Somerset-Mine,seit 1927

Grün - die Farbe der Natur.

Weitere kontaktmetamorphe Vorkommen:

Sambia: Lagerstätten bei Miku, seit Ende der 70er Jahre im Gebiet von Kafubu. Man findet hellgrüne bis blaugrüne Steine. Die außergewöhnliche Farbe wird als das Zusammentreffen einer Smaragd- und einer Aquamarinkomponente erklärt.

Pakistan,nahe Mingaora seit 1960 im westl. Himalaja,

Australien: Neu-Südwales Poona seit 1914 in Westaustralien, Riverina Station, seit 1975, sie entstammen Chloritschiefer.

USA, North Carolina, Connecticut und Maine als Einschlüsse sollen gerundete Quarze beobachtet worden sein.

Norwegen: nördlich von Oslo in Eidsvoll, bedeutungslos.

Österreich: Habachtal durch die Nähe des Vorkommens sehr gut erforscht. Charakterischtisch ist das Aussehen der Aktinolithe, die lange grünliche Kristallstengel bilden und mit zahlreichen querverlaufenden Spaltrissen an Bambusrohre erinnern. Besonderheit: gut kristallisierte Apatiteinschlüsse. Vielzahl von Einschlüssen: Tremolite, Turmalin, Aktinolith, Epidot, Biotit.

Der Smaragd ist der wertvollste Stein der Beryll-Gruppe (seltener als ein großer Diamant) und besteht aus:

Beryllium-Aluminium-Silikat:AL2 BE3 (SI6O18 )

Spezifisches Gewicht: 2,67-2,78

Kristallform: hexagonal

Härteskala nach Mohs: 7 1/2 ritzt Glas !

Lichtbrechung je nach Fundort verschieden von 1,566-1,600

max. Doppel-Brechung ./.0,006-0,009.

Der Smaragd ist gegen Fluß-Säure, sonst gegen Chemikalien unempfindlich. Verwechslungs-möglichkeiten mit: Diopsid, Dioptas, Grossular, Hiddenit, Turmalin, Demantoid, Peridot.

Seit 1848 werden Synthesen (optische, chemische und physikalische Eigenschaften wie in der Natur) hergestellt:

Der Franzose J.J. Ebelmen in Sèrves löste natürlichen, gepulverten Smaragd in geschmolzener Borsäure auf und ließ diese bei hoher Temperatur über viele Tage verdampfen. Als Rückstand erhielt er mikroskopisch kleine Smaragd-Kristalle.

In anderen Verfahren produzierten: Hautefeuille et Perrey, W. Zerfaß Idar-O., Linde, Gilson, Lechleitner, Nacken, I.G. Farben, Chatam.

Es gibt keine mächtigen Smaragde, aber doch einige große Steine:

Im American Museum of Natural History/New York liegt ein 632 ct großer Smaragd mit dem Namen "Patricia", der aus Chivor stammt.

Die beiden größten je in Kolumbien gefundenen Smaragde in unwahrscheinlicher Leuchtkraft haben ein Gewicht von 1796 und 1482 ct. Weiterhin bezaubern Schmuckgarnituren, wie sie von Maria Theresia und August dem Starken in Wien und Dresden ausgestellt sind. In der Wiener Schatzkammer liegt ein Salbenkrug mit 2205 ct, der aus einem einzigen Stück herausgeschnitten wurde.

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