Quarz / Spektrolit

Zu allen Zeiten haben Menschen Steine mit dem Göttlichen verbunden.
Berge wie der Olymp waren Wohnstätten der Götter.
In den Mineralien und Edelsteinen entdeckten Kundige Heilkräfte und Schutz vor allen Übeln.
Mythen rankten sich um heilige Steine und beflügelten die Phantasie.



 

Transzendent können deshalb Edelsteine für uns schon durch die nicht fassbare Energie werden. Was wissen wir alles noch nicht?
Wir widmen uns diesen Edelsteinen, weil sie einfach schön sind, wie z.B. die große Gruppe der Quarze. Der Reiz ihrer Härte ist im Gebrauch unbedeutend, da schlimmstenfalls der Ersatz nicht teuer ist.
Ich denke vorzugsweise an Bergkristall im Ceylon-Schliff, Rutilquarz, Moosachat, einen mittelbraunen Rauchquarzcabochon, Citrin im Spiegelschliff, einen farbenprächtigen Boulderopal und feinen Amethyst.
In Verbindung mit Silikaten besitzt der Quarz interessante Einschlüsse. Makrokristalliner Quarz kristallisiert bei 870° trigonal und ist als Bergkristall Halbleiter.
In der Natur kommt der Quarz bzw. die Kieselsäure SiO², Siliciumdioxid, in verschiedenen Modifikationen vor, die temperaturabhängig ist.
Bis zur Glasschmelze reicht der Bogen bei 1720° als amorphes Quarzglas.
Als oszillierendes Scheibchen dient er in der Quarzuhr als Frequenzgeber mit 32 768 Schwingungen pro sec. oder high-tech mit 4,19 Mio /sec. Er besitzt Zirkularpolarisation (eine horizontale und vertikale Wellenlinie), wird als Messer von Zuckerlösungskonzentration, als Quarzlampe, zur Quarzsteuerung usw. eingesetzt.

Mikrokristallinen Quarz finden wir im Chalcedon, der feine Einlagerungen von Quarzfasern enthält, z.B. im Dendritenachat in allen Farben mit baum- und farnartigen Zeichnungen, im Moosachat mit grünen Einlagerungen von Hornblende bis hin zur Jaspisfarbe. Ich denke an Chrysopras und Aventurin, weiter Heliotrop, den dunkelgrünen Chalcedon mit roten Punkten und den Karneol, sowie Sarder. Achat ist ein gestreifter Chalcedon, der in einzelnen Bändern verschiedenfarbig sein kann. Er kann mit Opalsubstanz durchsetzt sein. Künstlerisch hervorragende Leistungen erkennen wir bei Lagensteinen, die zu Gemmen, Wappen- und Siegelsteinen, sowie Landschaften ihren Einsatz finden.

Der Opal ist ein Quarz aus mikroskopisch klein kristallisierenden Cristobalit-Kügelchen. Trotzdem ist sein Erscheinungsbild amorph. Das wunderschöne Farbenspiel entsteht durch Interferenzerscheinung des Lichts der in unterschiedlicher Größe entstandenen Kügelchen (0,0015 bis 0,004 mm), von den kleinsten in rot bis zu den größten in violett.


Bei Feldspat, z.B. im Mondstein, Spektrolit und Labradorit haben wir ähnliche Erscheinungen des Lichts durch Einlagerungen von Kalifeldspatlamellen. Diese liegen parallel zur optischen Achse und reflektieren ein wunderschönes Farbspiel, das mit dem auf den Flügeln tropischer Schmetterlinge vergleichbar ist. Daß man diesen Erscheinungen eine gewisse Rätselhaftigkeit, Mystik und Magie unterstellt, ist allzu begreiflich.

 




Wie hat sich die Welt in hundert Jahren doch verändert!

Im Zeitgeist liegt heute die Entschlüsselung des Genoms, das Nurflügelflugzeug, die Magnetschwebebahn und z.B. die neue, reine Energie zum Betrieb von Verbrennungsmotoren mittels Silicium (Si) und Wasserstoff. Si mit dem Schmelzpunkt 1410°C, gewinnt man aus Sand, der üppig vorhanden ist, da er den Hauptbestandteil der Erdkruste bildet, und Sonnenergie.

Da die Erde sich immer bewegt, kann im übrigen vom "Urgestein" der Pegmatite keine Rede sein. Die Erdkruste ist eben im Verhältnis zum Durchmesser der Erde nur so stark wie die Milchhaut. Magma bringt Verschiebungen, wie jetzt in El Salvador und Indien. Durch diese Gesteinsverschiebungen entstehen wieder, bestenfalls, neue Farbsteine, durch neue Verbindungen von Chemie, Druck und Temperatur.